Gerwin trifft Lars Riedel
den Olympiasieger im Diskuswerfen

Er ist fünffacher Weltmeister, Gold- und Silbermedaillengewinner bei Olympischen Spielen und mehrfacher Deutscher Meister. Lars Riedel wirft die Diskusscheibe ganze 71,5 Meter weit. Der 35 Jahre alte Spitzensportler stammt aus Sachsen und stand schon zu DDR-Zeiten bei den Junioren ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Diskuswerfen ist ja was anderes als Fußball oder Tennis, was wohl jeder mal ausprobiert hat. Wie kommt man eigentlich zum Diskuswerfen?
Ich hab erst alles in der Leichtathletik gemacht, von Lauf über Sprint und hatte auch überall Spaß dran, aber die besten Platzierungen hatte ich im Ballwurf. Dann bin ich zum Speerwurf über und nebenbei auch ein bisschen Diskuswerfen. Dann gab es aber einen, der im Speerwurf besser war und weiter warf und so hab ich mich mehr in Richtung Diskus spezialisiert. Ich wollte ursprünglich nicht unbedingt Diskus werfen, das hat sich dann einfach so entwickelt.

Das ist eine Sportart, die eigentlich viel Technik und Feintuning braucht ?
Genau, das alles auf die Hundertstel und Zehntel genau stimmt. Dort entscheidet sich, ob der Wurf gut oder schlecht ist. Man muss trotzdem sehr viel Kraft haben, um die zwei Kilo zu bewegen. Bei den Wettkämpfen befindet man sich so zwischen Lockerheit für einen schönen Schwung und einer gewissen Körperspannung, die man haben muss. Die Balance dazwischen ist sehr schwierig.


Wie gehen Sie mit Niederlagen um ?
Also verlieren tut man nicht gerne. Aber man analysiert die Sachen und findet heraus, warum und wieso war das jetzt so. Wenn man siegen will und kann und das auch macht, dann muss man auch mal verlieren können.

Von Ihnen ist bekannt, dass Sie aktives Kirchenmitglied sind. Ziehen Sie aus Ihrem Glauben auch mentale Kraft, um Spitzenleistungen zu bringen ?
Ja vor allem auch im Wettkampf, nicht so verkrampft zu sein. Zu sagen, du versuchst heute alles, du konzentrierst dich und versuchst das Ding einfach so weit wie möglich zu werfen. Was am Ende dasteht, steht da. Der Glaube schafft in mir vielleicht auch ein bisschen die Gelassenheit, dass ich sag, ich kann es am Ende so wie so nicht beeinflussen. Die Kraft bekomme ich irgendwo anders her.

In der ehemaligen DDR war das für einen Spitzensportler sicherlich nicht selbstverständlich?
Nein ich hab zum Beispiel noch Jugendweihe und Konfirmation gemacht, damit man ja nicht aneckt. Ich bin auch nicht jede Woche in die Kirche gegangen. Auch auf dem Sportplatz war es kein Thema, denn das wäre dann schon kompliziert geworden. Ich hatte meinen Glauben für mich und das war es.





Lars Riedel
Lars Riedel



Lars Riedel
im Gespräch...

Lars Riedel und Hanno Gerwin
mit Hanno Gerwin


Lars Riedel
Der Zwei-Meter-Mann aus Chemnitz wurde 1967 in Zwickau geboren. Er begann bereits im Kindesalter mit der Leichtathletik. Ab Mitte der achtziger Jahre entwickelte er sich zum dominierenden Diskuswerfer der DDR bei den Junioren. Sein erster großer internationaler Erfolg war der Gewinn des Weltmeistertitels 1991 in Tokyo. Mittlerweile hat er sportlich alles erreicht - Olympiasieger 1992, Olympiazweiter in Sydney und fünfmal Weltmeister im Diskuswerfen. Seine Bestweite liegt bei 71,50 Metern.

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